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Die obere Hälfte einer grauen Deutschlandkarte, darunter der Schriftzug "Deutschland wird inklusiv" Die obere Hälfte einer grauen Deutschlandkarte, darunter der Schriftzug "Deutschland wird inklusiv"

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Inklusion mangelhaft?

Laut der neuesten Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung hat sich auch im zweiten Jahr mit dem Rechtsanspruch behinderter Kinder auf Unterricht an Regelschulen in den Kernbereichen nichts verbessert. Nach wie vor seien die Lerngruppen zu groß, die sonderpädagogische Unterstützung gering und die Zeit zur Vorbereitung ungenügend, kritisierte Beckmann.

Vergleicht man die Zahlen im Detail, kommen interessante Aspekte zu Tage. Dabei ist die erste Aussage die Hoffnungsvollste: Die Anerkennung des Prinzips der Inklusion ist gestiegen. 60 Prozent der NRW-Lehrkräfte halten den gemeinsamen Unterricht grundsätzlich für sinnvoll (gegenüber 54 Prozent im Vorjahr).

Ergebnisse im Detail:

35 Prozent (2015: 42 Prozent) halten Inklusion nicht für sinnvoll. In der Grundschule ist Zustimmung am höchsten (72 Prozent), im Gymnasium am geringsten.

Was spricht aus Sicht der Lehrer für Inklusion? Soziales Lernen (31 Prozent), bessere Integration von Kindern mit Behinderungen (27 Prozent), Förderung von Toleranz (18 Prozent). Was spricht dagegen? Regelschule kann erhöhten Förderbedarf behinderter Kinder nicht leisten (15 Prozent), Überforderung der behinderten Kinder (14 Prozent) und Benachteiligung nicht-behinderter Schüler (12 Prozent)

Sollen die Förderschulen erhalten werden? Ja, und zwar alle, meinen 54 Prozent (gegenüber 58 Prozent im Vorjahr), teilweise: 41 Prozent (39 Prozent). Die Förderschulen ganz abschaffen, fordern fünf Prozent (zwei Prozent im Vorjahr).

Beurteilung des Fortbildungsangebots: Mittelwert 4,5

An der eigenen Schule werden bereits Kinder mit sozialpädagogischem Förderbedarf unterrichtet: 85 Prozent (80 Prozent im Vorjahr) – Grundschule 90, Gymnasium 67 Prozent

Es unterrichten selbst in inklusiven Lerngruppen: 49 Prozent der Lehrkräfte – gegenüber 40 Prozent im Vorjahr)

Ihre Schule ist barrierefrei? 56 Prozent der Lehrkräfte sagen: überhaupt nicht.

Die Klassengröße wurde im Vergleich zum nicht-inklusiven Unterricht früher: verkleinert, sagen 48 Prozent, vergrößert – meinen zwei Prozent. Bei 48 Prozent sind die Klassen gleich groß geblieben.

Die Lehrkräfte hatten Zeit, sich auf die Inklusion vorzubereiten: wenige Wochen (sagen 56 Prozent)

In der inklusiven Lerngruppe unterrichten meistens: zwei Personen (bei 34 Prozent), eine Person (61 Prozent)

Gibt es Unterstützungsmaßnahmen bei Belastungen? Ja, sagen zehn Prozent – nein, sagen 85 Prozent.

Beurteilung der personellen Ausstattung: Mittelwert 4,8

Fast alle Lehrer (89 Prozent) sprachen sich für eine dauerhafte Doppelbesetzung mit Lehrer und Sonderpädagoge in inklusiven Klassen aus. Nach VBE-Berechnungen fehlen dafür 7000 Sonderpädagogen-Stellen in NRW, die den Steuerzahler jeweils rund 50 000 Euro im Jahr kosten würden. Allerdings gebe der Markt soviel Personal wegen mangelnder Vorsorge und unattraktiver Qualifizierungsangebote derzeit nicht her, räumte Beckmann ein. Die optimale Größe inklusiver Klassen sieht der Verband bei rechnerisch 24 Schülern – dabei seien Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf doppelt zu zählen.

Die Ergebnisse der VBE-Umfrage finden Sie hier


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